Neue Horizonte

So, mit einiger Verspätung, nun die Auflösung des Rätsels. In welcher Stadt war ich letztens zu Besuch? Wer den mitgebrachten Gegenstand kennt, weiss es bestimmt schon.

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Es handelt sich hier um einen Tulpenzwiebel-Pflanzer. Gekauft im schönen Shop des Tulpenmuseums. Und wo könnte das sein? Natürlich in Amsterdam.

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Hier dreht sich alles um die Tulpe. Der Shop des Tulpenmuseum Amsterdam

Hier bin ich vor 2 Wochen ganz spontan hingereist – ich brauchte dringend mal Luftveränderung. Ganz schön weite Reise von Bayern aus. Ich war zum ersten mal dort – und habe mich gleich in die Stadt verliebt.

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Einerseits ist sie Weltstadt, modern, weltoffen, (wie Städte mit Zugang zum Meer meist sind), jung und kreativ, andererseits gemütlich, einladend, an vielen Ecken spürt man fast dörfliche Atmosphäre, die Stadt hat so gar nichts protziges oder überkandideltes, sie ist einfach sympathisch. Und das nicht nur an einer bestimmten Touristenmeile. Wobei, eigentlich ist die ganze Stadt eine Touristenmeile, denn es ist schon sehr viel los hier, aber wenn man selber Besucher ist, kann man sich nicht über die anderen beschweren…

Ich wusste gar nicht, dass es hier so viele Kanäle, besser gesagt Grachten gibt… und mehr Brücken als in Venedig. Eine Stadt im Wasser mit interessanter Geschichte. (Einen guten Überblick über die Geschichte erhält man im modernen Amsterdam Museum)

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Das ist auch ein ganz typisches Bild von Amsterdam, es ist die Stadt der Radfahrer.

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Das war mir auch gleich sympathisch. Die ganze Stadtbevölkerung scheint nur per Pedes unterwegs zu sein. Trotzdem würde ein Hersteller von Sturzhelmen hier kein Geschäft machen, den trägt nämlich keiner hier. Man hat hier offensichtlich nicht diese Rundum-Sicherheits-Mentalität von uns Deutschen. Man fährt hier in Bürokleidung, und wenn es regnet, stellt man sich kurz unter einen Balkon. Mit Funktionsjacke sind nur Touristen unterwegs. Die Kinder werden mit schubkarreartigem Fahrradvorbau zu mehreren in den Kindergarten gerollt.

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Amsterdam ist auch die Stadt der netten, kreativen Cafés und Geschäften. Wer gern in kleinen Läden mit Schnickschnack für die Wohnung stöbert, oder in kleinen originellen Cafés seine Nusstarte genießt, ist hier im Paradies. Man protzt hier nicht mit teuren Edelmeilen, es geht hier eher unkonventionell und gemütlich zu, in den vielen schön renovierten Backsteinhäuschen. Die sind allerdings inzwischen unbezahlbar, die Immobilienpreise sind vergleichbar mit denen von London oder Paris.

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Apropos Immobilien, was sofort auffällt, sobald man über die Grenze fährt, ist die Architektur. Es gibt viel schön renoviertes, altes, aber auch sehr originelle Neubauten. Die Niederländer sind offensichtlich sehr aufgeschlossen für  moderne Architektur.
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Die Neubauten, auch im Wohnungsbau wirken, als gäbs einen ständigen Wettbewerb um das originellste Gebäude. Noch nie hab ich soviel interessante Architektur in einer Stadt gesehen. Wer Architektur studiert, sollte unbedingt hierher kommen, um sich Anregungen zu holen.

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Natürlich musste ich auch ein Kunstmuseum besuchen, und hab mich für das Rijksmuseum entschieden, was mir auch eine Holländerin, mit der ich mir ein Taxi teilte sehr ans Herz gelegt hatte. Das Museum ist nämlich nach 13-jähriger(!) Renovierungszeit erst vor ein paar Wochen wieder eröffnet worden. Und auch hier ist die Architektur höchst beeindruckend. Vieles wurde wieder in den Originalzustand versetzt, und das Foyer passend modern dazu gestaltet. Sehr schön. Unbedingt früh kommen, denn ab ca. 11 Uhr drängt sich hier die Menge um die berühmten Rembrandt-Gemälde.

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Rijksmuseum Amsterdam. Auch fahrradfreundlich. Ein 6m breiter Fahrradweg führt durch den Torbogen hindurch!

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Skulptur von Henry Moore im Garten vor dem Rijksmuseum

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Rembrandts berühmte „Nachtwache” ist hier der Publikumsrenner


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Übernachtet habe ich übrigens einfach in der Jugendherberge, dem Stayokay. Da ich allein unterwegs war und es eh so kurzfristig kein Einzelzimmer zu einem vernünftigen Preis gibt, war das eine gute Lösung. Ich mag das lieber, als allein in einem Hotel abzusteigen, wo man dann am Katzentisch frühstückt. Es heisst zwar Jugendherberge, man trifft dort aber nicht nur junge Leute unter 20, sondern auch viele Familien, ältere Herrschaften, und natürlich Alleinreisende aus der ganzen Welt. Das stayokay am Vondelpark hat eine sehr gute Lage, gutes Frühstück und für den Preis kann man sowieso nicht meckern, auch wenn man im Mehrbettzimmer natürlich auf Komfort verzichten muss. Aber ich bin sowieso ständig unterwegs, und abends schlafe ich schon bevor der Kopf das Kissen erreicht hat…

Ich war übrigens, schon in vielen tollen Jugendherbergen, die oft erstaunlich hohes Niveau haben. Es gibt auch immer mehr Familienzimmer, die oft aber schon Monate im voraus ausgebucht sind. Also früh reservieren. Aus eigener Erfahrung kann ich zum Beispiel folgende Jugendherbergen empfehlen: Hamburg am Stintfang, Jugendherberge in der Altstadt von Brixen, Hostel Santa Monica/Los Angeles, (mit einem tollen Innenhof), San Francisco Fisherman’s Warf)
(Unsere JuHe hier in Nürnberg soll übrigens nach der Renovierung auch sehr sehr schön geworden sein…) Wer auf den Komfort von Einzelzimmern verzichten kann, wird dort interessante Leute aus aller Welt kennenlernen, wie zum Beispiel die 70jährige Rennradfahrerin, die gemütlich durch Südtirol zum Gardasee radelt, die australische Mutter von 5 Kindern, die sich ihren Traum von der Amerikareise erfüllt hat, oder wie jetzt in Amsterdam die junge Südkoreanerin auf ihrer 2-monatigen Europareise. Man hört immer interessante (Lebens-)Geschichten. Reisen erweitert den Horizont, in jeder Hinsicht…

Nachdem sich die Anreise wegen eines Orkans über der Nordsee viele Stunden verzögert hatte, hatte ich auch noch Gelegenheit mir die Altstadt von Utrecht anzuschaun. Auch erstaunlich schön. Gut, dass ich erst mal nicht in Amsterdam war, die Bewohner wurden gemahnt, das Haus nicht zu verlassen, und der Verkehr kam zum Stillstand. Nach mehreren Umwegen und einem halben Tag Verspätung kam ich dann aber mithilfe vieler netter, hilfsbereiter Einheimischer doch noch abends an. Schon die Taxifahrt zum Hostel durch die Stadt hat mich sehr beeindruckt.Hummeltein-Blog-Amsterdam10

Gottseidank ist so ein Sturm aber meist so schnell weg, wie er gekommen ist und ich hatte noch einige schöne Tage in Amsterdam.

Eigentlich wollte ich ja noch von den Tulpen erzählen, die muss ich unbedingt noch einpflanzen bevor der Frost kommt. Und von den Amsterdamer Gärtnern, die nutzen nämlich jedes noch so kleine Fleckchen vor der Haustür (oder vor dem Hausboot) um es zu begrünen. Und das, wie halt die Amsterdamer sind, meist recht unkonventionell. Aber dazu mehr beim nächsten mal.

2 Gedanken zu „Neue Horizonte

  1. Elke

    Ich war erst einmal dort und habe offenbar noch viel verpasst!
    Schöne Bilder hast du mitgebracht! Die vielen Radfahrer dort waren mir auch gleich sympathisch.
    VG
    Elke

    Antwort

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