„Hopfazupfa hint´ eisteign“

Diesen Spruch hab ich schon als kleines Kind öfter gehört. Mein Vater hat als junger Mann, wie viele Bayerwäldler damals, als Erntehelfer bei der Hopfenernte in der Hallertau das Gehalt aufgebessert. Und die von überall her anreisenden Arbeiter sollten gefälligst die anderen Reisenden nicht stören, und sich in die einfache Holzklasse in die hinteren Waggons der Bahn begeben.

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Jetzt müsste wieder Hopfenerntezeit sein, denn der in meinem Garten ist auch reif.
Das heisst, er trägt die schönen Dolden, die zum Bierbrauen verwendet werden.

Ich weiss zwar noch nicht so recht, was ich mit dem vielen Hopfen anstellen soll, eigentlich habe ich die Hopfenpflanze als Schattenspender angeschafft, für meine *Weinlaube*, solange, bis der Wein das Dach erreicht haben würde. So ganz funktioniert das nicht, weil der volle Schatten erst im Herbst erreicht wird, wenns schon wieder kühler wird.

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Die Hopfenpflanze begrünt sehr schnell größere Flächen und rankt sich an allem was er findet in große Höhen. Sie braucht natürlich eine Stange oder eine Schnur um sich daran hochzuranken, übrigens immer rechts rum. (Mir wurde mal erzählt, sobald man die Ranke linksherum wickelt, würde das Wachstum stoppen. Hab ich noch nicht probiert…)
Hopfen ist recht genügsam und braucht nicht gedüngt zu werden.

Man sollte allerdings ein Plätzchen dafür haben, wo es nicht stört, dass er so groß wird.
Bei mir im Kleingarten ist das schon wieder grenzwertig.

Die oberirdischen Teile der Pflanze erfrieren im Winter und werden unansehlich. Ich schneide den Hopfen  im Spätherbst bis zum Boden zurück. Im Frühjahr ist überhaupt nichts mehr von der Pflanze zu sehen, sie treibt aber bald wieder aus und wächst wie verrückt bis zum Herbst,
wo dann die hübschen Dolden erscheinen.

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Jetzt steh ich da, mit dem vielen Hopfen. Was macht man damit?
Na, Bier werd ich keines brauen.

Etwas habe ich schon verschenkt,  eine ältere Kleingärtnerin stellt sich immer ein Gefäß mit Hopfen neben ihr Bett. Bei Schlafstörungen langt sie in den Hopfen und riecht ein bisschen dran. Soll helfen, sie schwört drauf.
Hopfentee soll beruhigen und bei Schlafstörungen und Wechseljahrsbeschwerden helfen.

Da ich davon nicht geplagt bin, und meist schon vor der Tagesschau ganz von selber einschlafe habe ich beschlossen einen Hopfenkranz zu machen.

Grundlage sind einfach Haselnussruten. Alles mit Draht zusammengebunden.

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Übrigens hat mir eine Floristin mal gezeigt, worauf es beim (Advents-)Kranzbinden ankommt.
Also alles gut vorbereiten, und möglichst kurze Stückchen schneiden. Macht zwar mehr Arbeit, aber dann wird der Kranz schön buschig, und wenn er langsam trocknet bleibt er immer noch schön füllig.

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Mein Kranz hier ist ein bisschen schief  geworden, irgendwo hab ich nicht aufgepasst.
Wenn man ihn mit der dünnen Seite oben aufhängt, siehts aus, als wärs so gewollt.
Nächstes mal werde ich ihn außerdem viel kleiner machen.

Der Kranz riecht ganz schön intensiv, also mir ist das zuviel in der Wohnung. Jetzt  hängt er vor der Wohnungstür. Mal sehn, vielleicht hat er auf die Hausgemeinschaft beruhigende Wirkung.

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2 Gedanken zu „„Hopfazupfa hint´ eisteign“

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