Es wird hochprozentig – Johannisbeerlikör selbst gemacht! (Heute vom Gastautor)

Man muss ja nicht immer alles selber machen. Vor allem nicht, wenn man Urlaub hat.

Vielleicht macht man sich einfach eine Hollerblütenschorle, legt sich faul in den Liegestuhl, und lässt bloggen. Warum nicht. Heute kommt die Post von Gastautor Thomas. Der ist kulinarisch sehr bewandert, und möchte schon mal üben für den eigenen Food-Blog, der irgendwann mal eröffnet werden soll.
Ich finde, er macht das so gut, dass er sofort starten kann.
Hier also der Artikel vom Gastautor:

Sommerzeit ist Beerenzeit im Garten und eine besonders köstliche Vertreterin ist die schwarze Johannisbeere. Zum „vom-Strauch“-Essen ist sie vielen etwas zu herb und säuerlich, aber dafür ist sie zur Weiterverarbeitung umso besser geeignet. Schwarze Johannisbeeren sind ja auch eher dickschalig und in der Schale sitzen wie so oft (z.B. auch bei der Tomate) die aromaspendenden Inhaltsstoffe. Vielleicht noch eine gärtnerische Anmerkung: Auch bei den schwarzen Johannisbeeren gibt es verschiedene Sorten, die wirklich auch ganz verschieden schmecken. Ich habe z.B. einen Strauch der Sorte „Titania“ und noch einen anderen, dessen Namen ich nicht mehr weiß. Man soll auch immer mehrere Sträucher pflanzen, da sich dieses dann gegenseitig begünstigen und man mehr ernten kann.

DSC_0044

Johannisbeerlikör ist ja ein Klassiker und seinen französischen Namen kennt man auch bei uns: Creme de Cassis. Jetzt dämmert´s vielleicht dem einen oder anderen… Creme de Cassis… das ist doch die Zutat für…genau!.. die Zutat für: Kir Royal, der Vorgänger von Hugo, Sprizz und Konsorten. Benannt wurde das Getränk übrigens nach Felix Kir, der Bürgermeister von Dijon war (hier für alle Wissensdurstige noch mehr Infos: http://www.de.wikipedia.org/wiki/kir ) Unsterblich wurde der Aperitif bei uns auch durch die gleichnamige Kultserie von Helmut Dietl.

Nun aber zur Herstellung:

 Wir brauchen:
350 g schwarze Johannisbeeren, gewaschen
einige Scheiben Ingwer
1 Sternanis
250 g Einmachzucker (das ist der mit den großen Kristallen – normaler Zucker funktioniert jedoch auch!)
350 ml neutralen Schnaps (also z.B. Wodka, wie ich in hier verwendet habe, ich würde hier nicht den allerbilligsten Fusel nehmen, denn schließlich bildet der Alkohol ja die Basis des Likörs) und als besonderen Clou noch eine Blätter vom Strauch (bitte mal dran riechen, das Johannisbeeraroma steckt auch in den Blättern!)

Zubereitung:

Beeren in einen Topf geben, Gewürze und Zucker dazu geben, die Blätter ebenfalls und alles gut durchrühren.  Am besten mit einer Gabel, dann kann man die Johannisbeeren auch schon leicht zermantschen. Diesen Brei am besten über Nacht kühl stellen (kein Kühlschrank!), so kann der Zucker schon viele Aromastoffe aus den Beeren lösen. Am nächsten Tag die Pulle Wodka öffnen und die entsprechende Menge auf den Brei gießen, einmal durchrühren und dann mindesten eine Woche abgedeckt und wieder kühl gestellt gut durchziehen lassen. (Wenn das Gemisch zwei Wochen steht, macht´s auch nichts, eher im Gegenteil). Durch den Alkohol und den Zucker kann auch nicht verderben oder schimmeln.

Wenn alles gut durchgezogen ist und man wieder den Deckel öffnet kommt einem schon eine unglaublich Aromawolke entgegen, ein gutes Zeichen 🙂

Jetzt einfach das ganze Gemisch durch ein Haarsieb gießen und in kleine Fläschchen füllen, fertig!

Jetzt kann auch ein Kir Royal gemacht werden: ein Teil Likör und 9 Teile Champagner (es geht natürlich auch ein guter Cremant oder Prosecco) – wer´s süßer und fruchtiger mag nimmt einfach mehr Likör oder trinkt ihn ganz pur.

Santè und merci lieber Herr Kir!

(Das Rezept stammt aus „Einmachen“ von Hans Gerlach, ein von mir sehr geschätzter Autor)

DSC_1873

DSC_1878

DSC_1880

DSC_1884



Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s