Das Experiment: Kaltgerührte Konfitüre

Zuverlässig hat wieder das uralte Johannisbeer-Hochstämmchen Früchte getragen.

Johannesbeergelee_Hummelstein_Blog3

Ich hätte es schon fast gefällt, der Stamm ist total morsch und brüchig. Dass da überhaupt noch Saft zu den Ästen transportiert wird, kann ich kaum glauben.
Aber er hält tapfer durch. Ich finde Hochstämmchen eigentlich komisch, in einem Garten, wo ja eigentlich genug Platz ist. Ausserdem, wenn der Stamm mal kaputt ist, ist die Pflanze hinüber. Im Gegensatz zum Johannisbeerbusch, den man immer wieder verjüngen kann, indem man die überalterten Äste komplett bis zum Boden entfernt.

Johannesbeergelee_Hummelstein_Blog1

Aber dieses Hochstämmchen habe ich noch von einem ehemaligen Pächter geerbt, und es hält tapfer durch.
Allzugroß war natürlich die Ernte nicht, das Stämmchen hat ja nur noch ein paar Äste, mehr kann man ihm nicht zumuten. Ich habe die Beeren deshalb mit einem Netz vor den Amseln geschützt, die hier recht hartnäckig sein können, und schon frech werden, wenn man mal nicht zur gewohnten Zeit im Garten ist. In dieser Zeit gehört der Garten nämlich ihnen, meinen sie. Sie werden ganz pampig wenn man dann unangemeldet daherkommt, und versuchen einen schon mal durch Tieffliegerangriffe zu vertreiben. Aber noch habe ich die Oberhand hier… jedenfalls dann, wenn ich im Garten bin, und ich konnte diese Beeren hier retten.

Johannesbeergelee_Hummelstein_Blog2Dieses Jahr wollte ich mal was neues ausprobieren und habe kaltgerührte Johannisbeerkonfitüre gemacht. Ich kannte das Kaltrühren bisher nur von Himbeermarmelade.
Da ich nicht so viele Beeren hatte, wollte ich nicht auch noch Saft machen und die Schalen wegwerfen, sondern bei der Konfitüre hier alles verwenden.

Bei dem Rezept gibt man 600g Johannisbeeren mit 450g Honig in den Pürierbehälter, zusammen mit einem Päckchen Zitronensäure und mixt mit dem Schneidstab alles klein.
Dann streicht man die Masse durch ein Sieb und gibt das Mark einer halben Vanilleschote dazu. Dann rührt man die Masse 40 Minuten!! Ihr habt richtig gelesen, 40 Minuten.
Man sollte dafür unbedingt eine Küchenmaschine haben, der Handmixer wird da heiß und schmort durch… oder man hat seeehr starke Arme.
Bei mir kam wieder mal das schöne Geburtstagsgeschenk vom letztem Jahr zum Einsatz, das sogar johannisbeermarmeladefarben glänzt. Danke hiermit nochmal allen Schenkern!

Hummelstein_Blog1

Das interessante ist, dass die Konfitüre geliert ohne Gelierzucker und Kochen. Sie geliert zwar nicht soo stark, wird eher breiig-cremig, das könnte aber auch daran liegen, dass ich die Maschine auf langsame Stufe gestellt habe.
Mehrere Leute meinten, die Konfitüre wäre nicht lange haltbar. Also hab ich vorsichtshalber die ganzen Gläschen gleich in den Kühlschrank gestellt. Ich denke aber, dass die Fruchtsäure und der Zucker im Honig schon auch konservieren.
Bei mir hat sich die Konfitüre gut gehalten. Im Kühlschrank hat das letzte offene Gläschen 2 Wochen gehalten, dann wars leer. Länger konnte ichs also leider nicht für euch testen. Ich hätts gemacht, ehrlich! Aber es war zu lecker.

Johannesbeergelee_Hummelstein_Blog4

Die Konfitüre schmeckt sehr schön frisch-fruchtig, es ist schon ein Unterschied, dass sie nicht gekocht ist,  und leicht säuerlich, wie ichs mag. Was ich nicht ganz so mag, ist, dass man den Honig so vorschmeckt. Soll ja wahrscheinlich so sein, sonst könnte man ja auch Zucker nehmen. Aber ich steh da eher auf den puren Fruchtgeschmack.

Also, was die Haltbarkeit von kaltgerührter Marmelade betrifft, kann ich keinen endgültigen Tipp abgeben. Vielleicht hat jemand von Euch da mehr Erfahrung.

Ich kann auch nicht sagen, ob der Geschmack die Stromrechnung für die Küchenmaschine aufwiegt, das wäre eh Äpfel mit Birnen vergleichen, (oder Beeren mit Moos.)
Aber den Versuch wars wert.

Übrigens kann man die Beerensträucher auch gleich nach der Ernte auslichten. Also alte Äste immer ganz bis zum Boden (oder hier Hochstämmchen) wegnehmen, und die kräftigen jüngeren immer ca. 4 Jahre lassen.

Advertisements

Ein Gedanke zu „Das Experiment: Kaltgerührte Konfitüre

  1. Thomas

    Ganz klassisch zum Kaltrühren eignen sich übrigens auch Preiselbeeren, sie enthalten wohl Bestandteile (vermutlich sind’s Gerbsäuren), die die Haltbarkeit begünstigen.

    Antwort

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s